Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

20. Juli bis 24. Juli 2026

Dominique Mayr wird Kaufmännischer Direktor am Theater & Orchester Heidelberg ++ Kilianpreise 2026 für Cosima Fischlein, Richard Feist und Andreas Donders ++ Generalmusikdirektor Stefan Veselka verlässt Staatstheater ++ Ernst Deutsch Theater äußert sich zu Morddrohungen nach Wal-Stück ++ Staatstheater wird Partner im EU-Forschungsprojekt VOPUS ++ Exilierter Theatergründer richtet offenen Brief an Europas Institutionen ++ Theatermacher Gunnar Petersen gestorben ++ Theaterleiter Schretzmeier mit Bürgermedaille geehrt

Assoziationen: Baden-Württemberg Bayern Hamburg Berlin Europa Sebastian Ritschel André Bücker Werner Schretzmeier Bernadette Sonnenbichler Thomas Eisenträger Theater und Orchester Heidelberg Hessisches Staatstheater Wiesbaden Theater Heilbronn Staatstheater Regensburg Ernst Deutsch Theater Staatstheater Augsburg Deutsches Schauspielhaus Hamburg bat-Studiotheater Theaterhaus Stuttgart

Anzeige

Heidelberg: Dominique Mayr wird Kaufmännischer Direktor am Theater & Orchester Heidelberg

Dominique Mayr wird neuer Kaufmännischer Direktor am Theater & Orchester Heidelberg, wie das Haus mitteilt. Er wurde von einer Auswahlkommission bestehend aus Oberbürgermeister Eckart Würzner, der künftigen Intendantin Bernadette Sonnenbichler, dem Personalrat des Theaters und dem Personalamtsleiter vorgeschlagen. Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat ihn in seiner Sitzung am 23. Juli 2026 mit breiter Zustimmung bestellt. Er wird die Position voraussichtlich zum 1. November 2026 übernehmen.

Mayr ist seit 2013 Geschäftsführer des KlangForum Heidelberg. Zuvor war er unter anderem für NDR Kultur sowie das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur tätig, anschließend verantwortete er bei der AutoVision GmbH (Volkswagen Konzern) Großprojekte mit bis zu 800 Mitarbeitenden. Als Beiratsvorsitzender der Betriebswerk GmbH & Co. KG begleitet er zudem das gleichnamige Heidelberger Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro. Seit 2024 gehört er dem Vorstand des Bundesverbands FREO e. V. an.

Mit Beginn der Spielzeit 2026/27 wird zunächst Thomas Eisenträger die Funktion des Kaufmännischen Direktors ausüben, bevor er im Oktober an das Hessische Staatstheater Wiesbaden wechselt.

 

Heilbronn: Kilianpreise 2026 für Cosima Fischlein, Richard Feist und Andreas Donders

Der Theaterverein des Theaters Heilbronn verleiht die Kilianpreise 2026, wie das Theater Heilbronn mitteilt. Ausgezeichnet werden die Schauspielerin Cosima Fischlein, der Schauspieler Richard Feist sowie der Künstlerische Betriebsdirektor Andreas Donders. Die Preise wurden am 23. Juli im Anschluss an die Vorstellung „Nathan der Weise“ vergeben, abweichend vom üblichen Termin zu Spielzeitbeginn, da am Haus zum Ende der laufenden Saison ein Intendanzwechsel ansteht.

Fischlein erhält den Kilianpreis für herausragende schauspielerische Leistungen. Seit ihrem Engagement am Jungen Theater Heilbronn im Jahr 2022 überzeugte sie unter anderem in „Corpus Delicti“, „Nina und Paul“ und „Mario und der Zauberer“. Seit der Spielzeit 2025/2026 gehört sie dem Ensemble des Großen Hauses an. Ebenfalls für schauspielerische Leistungen ausgezeichnet wird Richard Feist, der seit der Spielzeit 2024/2025 im Ensemble ist, unter anderem in Schillers „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“ und der Solo-Performance „Ich, Akira“. Der Kilianpreis für besondere Verdienste geht an Andreas Donders, der seit 2021 als Künstlerischer Betriebsdirektor das Künstlerische Betriebsbüro leitet und rund 600 Vorstellungen pro Spielzeit koordiniert.

 

Regensburg: Generalmusikdirektor Stefan Veselka verlässt Staatstheater

Generalmusikdirektor Stefan Veselka wird das Staatstheater Regensburg zum Ende der Spielzeit 2026/27 auf eigenen Wunsch verlassen, wie das Haus mitteilt. Veselka wolle sich künftig verstärkt seiner internationalen Karriere und Auftritten als Gastdirigent widmen, vor allem im skandinavischen Raum und in Europa.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2023 habe Veselka das Profil des Orchesters maßgeblich geprägt. Unter seiner Leitung entstanden Produktionen wie „Tristan und Isolde“, die Uraufführung von Péter Eötvös’ letzter Oper „Valuschka“ sowie die wiederentdeckte Operette „Der Prinz von Schiras“ von Joseph Beer. Auch als Piano-Solist trat er in Erscheinung, zuletzt mit Beethovens erstem Klavierkonzert. Mit dem Philharmonischen Orchester Regensburg spielte er zudem eine CD mit Orchesterwerken von Walter Kaufmann sowie die Erstaufnahme von „Der Prinz von Schiras“ ein, die auf die Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik aufgenommen wurde. Staatsintendant Sebastian Ritschel bedauert den Weggang, äußert aber Verständnis für die neuen Karrierepläne. Die Stelle des Generalmusikdirektors soll in einem Findungsverfahren neu besetzt werden.

 

Hamburg: Ernst Deutsch Theater äußert sich zu Morddrohungen nach Wal-Stück

Nach der Aufführung des umstrittenen Theaterstücks „Timmy – Die Hope stirbt zuletzt“ hat sich Intendant Daniel Schütter zu Morddrohungen gegen das Ernst Deutsch Theater geäußert, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Das Stück behandelt die Geschichte eines gestrandeten Buckelwals in der Ostsee.

Schütter wird mit den Worten zitiert, man wolle das Theater „mundtot machen“. In der Aufführung standen unter anderem die Darsteller:innen Noah Amiri Tomiak, Anna Maria Köllner und Anna Krestel gemeinsam mit einem Chor auf der Bühne.

 

Augsburg: Staatstheater wird Partner im EU-Forschungsprojekt VOPUS

Das Staatstheater Augsburg ist Teil des neuen europäischen Forschungs- und Innovationsprojekts VOPUS, wie das Haus mitteilt. Über drei Jahre hinweg soll erforscht werden, wie Kunst und kulturelle Teilhabe in dauerhaft bestehenden virtuellen Welten gestaltet werden können. Im Zentrum steht „Operaland“, eine offene und interaktive virtuelle Opernwelt, die künstlerische Produktion, gemeinsames Erleben und wissenschaftliche Forschung miteinander verbindet.

Von Beginn der Spielzeit 2026/27 an arbeitet das Digitaltheater des Staatstheater Augsburg gemeinsam mit der Finnischen Nationaloper Helsinki und der Staatsoper Stara Zagora an den Formaten und Inszenierungen für die geplante Plattform, die von der Design Academy Eindhoven technisch entwickelt wird. Koordiniert wird das Gesamtprojekt von der Aalto-Universität Helsinki, weitere Partner sind unter anderem die Universitat Autònoma de Barcelona und Digital Catapult aus Großbritannien. Gefördert wird VOPUS im Rahmen von Horizon Europe mit einer Gesamtsumme von 3,5 Millionen Euro, die Laufzeit beträgt vom 1. Juni 2026 bis 31. Mai 2029. Staatsintendant André Bücker erklärt, das Haus könne als Teil eines internationalen Netzwerks zur Weiterentwicklung des virtuellen Kulturraums beitragen.

 

Berlin: Exilierter Theatergründer richtet offenen Brief an Europas Institutionen

Der aus Aserbaidschan ins Berliner Exil geflohene Theatergründer Elmin Badalov wendet sich mit einem offenen Brief an Europas demokratische Institutionen und politische Führungspersönlichkeiten, wie Badalov mitteilt. Er hatte 2013 das ADO Theatre gegründet, eine der ersten unabhängigen Theaterinitiativen Aserbaidschans, das nach jahrelangem politischem Druck der Behörden seine Arbeit einstellen musste. Badalov selbst wurde ins Exil gezwungen.

In seinem Brief argumentiert Badalov, dass die Zerstörung unabhängiger kultureller und zivilgesellschaftlicher Räume nie nur eine innerstaatliche Angelegenheit sei, sondern präge, wie eine ganze Gesellschaft denke, sich erinnere und sich eine Zukunft vorstelle. Er verweist darauf, dass in Aserbaidschan weiterhin Hunderte politische Gefangene inhaftiert seien und unabhängiger Journalismus kriminalisiert werde. Europa dürfe seine demokratischen Werte und Menschenrechtsverpflichtungen nicht strategischen oder energiepolitischen Interessen unterordnen, so Badalov. Der Brief wurde nach Angaben des Autors bereits von Meydan TV, Toplum TV, Human Rights in Azerbaijan und Caspian Watch veröffentlicht.

 

München: Theatermacher Gunnar Petersen gestorben

Der Theatermacher Gunnar Petersen ist im Alter von 86 Jahren verstorben, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Petersen wurde am 16. September 1939 in Berlin geboren, wuchs in Hamburg auf und begann seine Schauspielkarriere als Autodidakt am Hamburger Schauspielhaus bei Gustaf Gründgens. Nach einem Engagement in Basel kam er in den 1960er Jahren nach München.

1974 gründete Petersen gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Beles Adam, im „Fuchsbau“ nördlich der Münchner Freiheit das Studiotheater, das zur Talentschmiede wurde. Petersen stand dort auf der Bühne und inszenierte selbst, unter anderem antike Klassiker sowie seine Adaption von Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“, die zum jahrelangen Bühnenhit wurde. 1985 mussten Petersen und Adam den „Fuchsbau“ aus Mietkostengründen räumen und gründeten daraufhin das Theaterzelt „Das Schloss“, das an verschiedenen Orten in München bis 2009 betrieben wurde.

 

Stuttgart Test: Theaterleiter Schretzmeier mit Bürgermedaille geehrt

Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat, wie nachtkritik.de berichtet, die Bürgermedaille der Landeshauptstadt Stuttgart an Theaterhaus-Chef Werner Schretzmeier und den Künstlerischen Leiter der beiden Theaterhaus-Tanz-Companies, Eric Gauthier, überreicht. Beide erhielten die Auszeichnung – nach der Ehrenbürgerwürde die höchste, die Stuttgart vergibt – in Anerkennung ihres sozialen Engagements und ihrer Verdienste um das kulturelle Leben der Stadt.

Schretzmeier verwies bei der Verleihung auf den Widerspruch zwischen der Wertschätzung für seine Arbeit und den finanziellen Kürzungen für die städtischen Kultureinrichtungen und forderte ein Moratorium der Sparpolitik. Die Bürgermedaille wurde 1970 vom Stuttgarter Gemeinderat gestiftet; die Zahl der lebenden Ausgezeichneten darf 30 nicht überschreiten. Insgesamt wurden seither 37 Persönlichkeiten geehrt, darunter Max Horkheimer, Walter Erich Schäfer und Marcia Haydée.

 

Redaktionsschluss: 15:30 Uhr

Erschienen am 24.7.2026

teilen:

Assoziationen

Neuerscheinungen im Verlag

Theater der Zeit Cover Juni 2026
Theater der Zeit Cover Mai 2026 – Florentina Holzinger

Anzeige