Theater der Zeit

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Das Wichtigste der Woche

10. August bis 14. August 2026

Intendant der Gandersheimer Domfestspiele geehrt ++ Volksbühne sagt Programm für Schwarze Kinder ab ++ Schauspielerin Ute Zehlen verstorben ++ Neuer Betriebsdirektor am Theater Luzern ++ Schauspielerin Vera Borek gestorben ++ Highlights der Saison 25/26 bei „Die Deutsche Bühne“ ++ Svenja Leiber gewinnt Hebbel-Preis 2027 ++ Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 veröffentlicht ++ Bühnenverleger Helmar Harald Fischer gestorben

Assoziationen: Niedersachsen Berlin Schweiz Österreich Schleswig-Holstein Hamburg Nordrhein-Westfalen Harry Buckwitz Heinz Strunk Katja Langenbach Friedrich Hebbel Jürgen Bosse Julia Riedler Dana Vowinckel Sergej Gößner Karosh Taha Helmar Harald Fischer Michael Schottenberg Tomer Gardi Constanza Macras Matthias Lilienthal Yade Yasemin Önder Lukas Rietzschel Cilla Back Helmut Qualtinger Ingo Schulze Achim Lenz Peggy Mädler Ina Karr Samuel Koch Hans Gratzer Hansgünther Heyme Krystyn Tuschhoff Schauspiel Essen Staatstheater Darmstadt Theater Aachen Theater St. Gallen Staatstheater Kassel Schauspielhaus Bochum Luzerner Theater Theater Freiburg Düsseldorfer Schauspielhaus Burgtheater Wien Wiener Staatsoper Ruhrtriennale Schauspielhaus Wien Volkstheater Wien Münchner Kammerspiele Rheinisches Landestheater Neuss Theater Hagen Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau Theater Chemnitz Volksbühne Berlin Theater der Stadt Aalen Oper Köln Theater Oberhausen Schauspiel Leipzig Hebbel am Ufer (HAU)

Bad Gandersheim: Intendant der Gandersheimer Domfestspiele geehrt

Die Stadt Bad Gandersheim hat Intendant Achim Lenz für sein langjähriges Engagement für die Gandersheimer Domfestspiele mit dem Kulturpreis ausgezeichnet, wie das Festival mitteilt. Bürgermeister Niklas Kielhorn erklärte im Kaisersaal, die Stadt ehre mit Lenz eine Persönlichkeit, die die kulturelle Entwicklung Bad Gandersheims über Jahre maßgeblich geprägt und das größte Freilichttheater in Niedersachsen als Aushängeschild der Region weiter gestärkt habe. Mit dem Kulturpreis würdigt die Stadt seit 1987 herausragende Verdienste um das kulturelle Leben, Lenz ist erst der sechste Preisträger.

Der gebürtige Schweizer studierte in Basel Klassische Philologie und Alte Geschichte, anschließend Regie an der Folkwang Universität der Künste. Über den früheren Intendanten Johannes Klaus kam er nach Bad Gandersheim, inszenierte 2009 erstmals in der Theaterscheune Brunshausen und 2010 mit „Pippi Langstrumpf“ erstmals vor dem Dom. Seit 2016 ist Achim Lenz Intendant in Bad Gandersheim und inszeniert daneben unter anderem in Bremerhaven, Erfurt, Nordhausen und in der Schweiz. Lenz bedankte sich für die Auszeichnung und betonte, er nehme den Preis nicht für sich allein, sondern für sein gesamtes Team entgegen.

 

Berlin: Volksbühne sagt Programm für Schwarze Kinder ab

Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und der Verein Each One Teach One (EOTO) haben die für den 14. August geplante Veranstaltung „Volksbad x EOTO“ abgesagt, wie die Institutionen in gemeinsamen Pressemitteilungen bekannt geben. Als Grund werden Sicherheitsbedenken genannt: Man könne die sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher:innen sowie einen entspannten Feriennachmittag nicht garantieren. Geplant war ein Ferienprogramm für Schwarze Kinder und Jugendliche im temporären Freibad vor der Volksbühne, an dem konservative und rechte Stimmen in den vergangenen Tagen Kritik geübt hatten, da es ihrer Ansicht nach diskriminierend sei.

Die Volksbühne betont in ihrer Mitteilung, das Angebot beruhe auf dem Anspruch, bestehende Zugangsbarrieren gezielt abzubauen, und stehe im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards sowie landesrechtlichen Bestimmungen. Beigefügt ist zudem ein Statement von Doris Liebscher von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung, wonach zeitlich begrenzte Angebote für strukturell benachteiligte Gruppen keine Diskriminierung darstellten. Intendant Matthias Lilienthal kündigte an, weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anzubieten, und erklärte Solidarität mit allen, die Rassismus und rechten Feindbildmarkierungen ausgesetzt seien.

 

Berlin: Schauspielerin Ute Zehlen verstorben

Die Schauspielerin Ute Zehlen ist im Alter von 83 Jahren in Berlin verstorben, wie nachtkritik.de berichtet. Die Redaktion erfuhr dies aus dem privaten Umfeld der Künstlerin. Zehlen gehörte in den 1980er Jahren unter Intendant Hansgünther Heyme und später in den 1990er und 2000er Jahren unter Intendant Jürgen Bosse dem Essener Schauspielensemble an.

Ute Zehlen wurde am 4. August 1943 in Mupperg geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt war sie zunächst am damaligen Landestheater Darmstadt engagiert, spielte als Gast an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart und an den Städtischen Bühnen Frankfurt und war anschließend an den Stadttheatern Aachen, St. Gallen, Bern und erstmals in Essen engagiert, von wo sie 1989 an das Theater am Neumarkt in Zürich wechselte. Weitere Stationen waren das Staatstheater Kassel und schließlich erneut Essen. Bereits im Ruhestand trat sie noch als Gast am Bochumer Schauspielhaus auf, unter anderem in Federico García Lorcas „Yerma“ in der Regie von Cilla Back. Zu ihren Kinoauftritten zählen die Dramen „Kirschkuchen“ (2015, Regie: Silke Christina Engler) und „Him“ (1969, Regie: Harry Buckwitz). Ute Zehlen starb am 7. August 2026 in einem Seniorenheim in Berlin-Zehlendorf.

 

Luzern: Neuer Betriebsdirektor am Theater Luzern

Robert Ernst Castellitz wird zum 1. September 2026 neuer Betriebsdirektor am Theater Luzern, wie das Haus mitteilt. Er tritt die Nachfolge von Stefan Vogel an. Zur kommenden Spielzeit übernehmen zudem Katja Langenbach und Wanda Puvogel die Ko-Intendanz am Theater Luzern als Nachfolgerinnen von Ina Karr.

Castellitz, 1969 in Wien geboren, verfügt über langjährige Erfahrung an Theatern und Kulturinstitutionen in Österreich, der Schweiz, den USA und Deutschland. Wichtige Stationen seiner Laufbahn waren das Theater Freiburg und das Schauspielhaus Düsseldorf, wo er jeweils als Künstlerischer Betriebsdirektor tätig war; am Theater Freiburg zusätzlich als stellvertretender Intendant. Weitere Engagements führten ihn ans Wiener Burgtheater, die Wiener Staatsoper und die Ruhrtriennale, wo er als Director of Artistic Management wirkte. Zuletzt war er von 2019 bis 2023 Bereichsleiter Veranstaltungsmanagement und Prokurist bei der Gasteig München GmbH und seit 2024 freiberuflicher Kulturmanager, Kurator, künstlerischer Projektleiter und Coach. Er ist Autor des Buches „Atem, Stimme und Sprache. Ein großes Übungsbuch aus der Praxis für die Praxis“.

 

Wien: Schauspielerin Vera Borek gestorben

Die Schauspielerin Vera Borek ist im Alter von 85 Jahren in Wien gestorben, wie der Standard berichtet. Borek wurde am 20. September 1940 in Breslau geboren und kam als Kind mit ihrer Familie nach Wien. Nach der Schauspielschule in Hannover und Engagements in Bochum, Münster, Wiesbaden und Hamburg kehrte sie beruflich nach Wien zurück und war eine wichtige Stütze der Theaterprojekte von Hans Gratzer am Schauspielhaus Wien sowie von Michael Schottenberg beim „Theater im Kopf“. Von 1976 bis 2005 gehörte sie dem Ensemble des Wiener Volkstheaters an, 2014 spielte sie dort in Schottenbergs letzter Saison die Fräulein Dr. von Zahnd in Dürrenmatts „Die Physiker“.

Borek stand auch für Fernsehserien wie „Tatort“, „Kommissar Rex“ und „Der Bulle von Tölz“ sowie für Filme wie Maximilian Schells „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und Helmut Käutners „Mulligans Rückkehr“ vor der Kamera. 2010 erhielt sie das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien, 2017 wurde sie von der ORF-Hörspieljury zur „Schauspielerin des Jahres“ gekürt. Von 1982 bis zu dessen Tod 1986 war sie mit dem Schauspieler und Autor Helmut Qualtinger verheiratet, den sie 1969 in Hamburg kennengelernt hatte.

 

Deutschland: Highlights der Saison 25/26 bei „Die Deutsche Bühne“

Das Fachmagazin Die Deutsche Bühne hat die Ergebnisse seiner Jahresumfrage zur Saison 2025/26 veröffentlicht, wie das Magazin mitteilt. 61 Kritiker:innen stimmten in verschiedenen Kategorien ab.

Als beste Gesamtleistung eines großen Hauses wurden die Münchner Kammerspiele gewählt, bei kleineren Häusern erhielten das ETA Hoffmann Theater Bamberg, das Rheinische Landestheater Neuss, das Theater Hagen und das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau je vier Stimmen. Im Schauspiel wurde Julia Riedler ausgezeichnet, die in „Fräulein Else“ als Solo-Performerin auftrat und mit „Hamlet“ am Theater Freiburg ihr Regiedebüt gab. Im Musiktheater überzeugte „Rummelplatz“ am Theater Chemnitz, im Tanz Constanza Macras mit „Goodbye Berlin“ an der Volksbühne Berlin. Im Kinder- und Jugendtheater wurde Sergej Gößners „ich sehe was/was du nicht siehst“ am Theater Aalen genannt, im Figurentheater Samuel Koch als menschliche Marionette in Schillers „Wallenstein“. Für Bühne und Kostüme wurden Pia Dederichs und Lena Schmid für „Rheingold“ an der Oper Köln geehrt.

Als größter „Erregungsmoment der Spielzeit“ gilt der Umgang von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer mit seinem Amt.

 

Schleswig-Holstein: Svenja Leiber gewinnt Hebbel-Preis 2027

Die Schriftstellerin Svenja Leiber gewinnt den Hebbel-Preis 2027, wie der NDR berichtet. Der nach dem Dramatiker Friedrich Hebbel benannte und mit € 5.000 dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist der älteste Literaturpreis Schleswig-Holsteins.

Leiber, 1975 in Hamburg geboren, hat seit dem Erscheinen ihres ersten Erzählbands „Büchsenlicht“ (2005) ein umfangreiches Erzählwerk vorgelegt. Sie verfasste die Romane „Schipino“ (2010), „Das letzte Land“ (2014), „Staub“ (2018) und „Kazimira“ (2021). Mit ihrem neuen Roman „Nelka“ steht sie auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026. „Kazimira“ kam 2025 in der Regie von Krystyn Tuschhoff am Theater Oberhausen auf die Bühne.

 

Frankfurt am Main: Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 veröffentlicht

Das Komitee des Deutschen Buchpreises hat, wie es auf der Buchpreis-Website bekannt gibt, die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026 veröffentlicht. Zu den zwanzig nominierten Titeln zählen unter anderem Werke von Shida Bazyar, Helene Bukowski, Tomer Gardi, Elias Hirschl, Svenja Leiber, Lukas Rietzschel, Ingo Schulze, Heinz Strunk, Karosh Taha, Dana Vowinckel und Yade Yasemin Önder. Mehrere der nominierten Autor:innen arbeiten auch für das Theater: Rietzschel war zuletzt mit „Der Girschkarten“ am Schauspiel Leipzig zu sehen, Strunk steht regelmäßig mit dem Kollektiv Studio Braun in Hamburg auf der Bühne, Önders Werk „Kartonage“ wurde 2017 zu den Autor:innentheatertagen eingeladen und Peggy Mädler war als Dramaturgin an der Volksbühne und am HAU Berlin tätig.

Die siebenköpfige Jury mit Theresa Donner, Jan Ehlert, Maha El Hissy, Cornelia Geißler, Emily Grunert, Stefanie Kreuzer und Adam Soboczynski wählt aus der Longlist sechs Titel für die Shortlist aus, die am 8. September 2026 veröffentlicht wird. Die Preisverleihung findet am 5. Oktober 2026 im Kaisersaal des Frankfurter Römers zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse statt. Die oder der Preisträger:in erhält € 25.000, die fünf weiteren Finalist:innen jeweils € 2.500.

 

Köln: Bühnenverleger Helmar Harald Fischer gestorben

Der Bühnenverleger Helmar Harald Fischer ist tot, wie der Theaterverlag Jussenhoven & Fischer mitteilt. Fischer, der auch als Dramaturg, Autor, Übersetzer und Filmemacher tätig war, wurde am 3. Mai 1940 geboren und starb am 6. Juli 2026 in Remagen-Oberwinter.

Fischer war Verleger des Theaterverlags Jussenhoven & Fischer in Köln. Wie der Verlag mitteilt, hat er ihn in die Hände von Marie-Josefine Joisten übergeben, sodass er fortgeführt wird.

 

Redaktionsschluss: 11:45 Uhr

Erschienen am 14.8.2026

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