Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

Montag, 28. September 2026

Friedrich-Luft-Preis 2026 für Mateja Koležnik und das Berliner Ensemble ++ Marco Damghani rückt in die Leitung des Ernst Deutsch Theaters ++ Craig-Simmons-Preis für Uckermärkische Bühnen ++ Freie Theater schlagen Alarm wegen Kürzungen im Kulturbereich ++ Theaterleiter Bob Ziegenbalg verstorben

Assoziationen: Berlin Hamburg Brandenburg Sachsen Saarland Fabian Ranglack Ayla Yeginer Mateja Koležnik Felix Müller Anton Tschechow Bob Ziegenbalg Tom van Hasselt Lili Epply Susanne Burkhardt Petra Wüllenweber Marco Damghani Anah Filou Constanze Becker Elena Philipp Friedrich Luft Craig Simmons André Nicke Berliner Ensemble Ernst Deutsch Theater Maxim Gorki Theater Schauspiel Leipzig Uckermärkische Bühnen Schwedt Theater Überzwerg

Anzeige

Berlin: Friedrich-Luft-Preis 2026 für Mateja Koležnik und das Berliner Ensemble

Mateja Koležniks Inszenierung von Anton Tschechows „Drei Schwestern“ am Berliner Ensemble wird mit dem Friedrich-Luft-Preis als beste Theateraufführung der Spielzeit 2025/26 an Berliner oder Potsdamer Bühnen ausgezeichnet, wie nachtkritik.de unter Berufung auf die Berliner Morgenpost berichtet. Die Berliner Morgenpost rief den Preis im Jahr 1992 im Andenken an den Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft (1911–1990) ins Leben und richtet ihn seit 2021 gemeinsam mit Deutschlandfunk Kultur aus. Der Preis ist mit € 7500 dotiert.

Die slowenische Regisseurin Koležnik, geboren 1962 in Metlika, verlegt den Klassiker laut Berliner Morgenpost aus dem lichtdurchfluteten Salon in eine klaustrophobische Kaserne. Die Jury würdigte demnach, dass Koležnik Tschechows bürgerliche Dekadenz mit der Angst vor einem eskalierenden Kriegsgeschehen in europäischer Nachbarschaft verbinde. Die drei Schwestern werden von Bettina Hoppe, Constanze Becker und Lili Epply verkörpert, Marina Galic spielt die Schwägerin Natascha. Der achtköpfigen Jury gehörten unter anderem Susanne Burkhardt, Felix Müller, Elena Philipp und Martina Gedeck an.

 

Hamburg: Marco Damghani rückt in die Leitung des Ernst Deutsch Theaters

Der Autor und Regisseur Marco Damghani tritt mit dieser Spielzeit als neues Mitglied der künstlerischen Leitung des Ernst Deutsch Theaters bei, wie das Haus mitteilt. Im Zentrum seiner Aufgaben stünden die Konzeption und Entwicklung des Labors, das früher „plattform“ hieß, sowie das Knüpfen eines Netzwerkes in die Stadt und in die deutschsprachige Kulturszene. Damghani erweitert damit die seit der Spielzeit 2025/26 bestehende Co-Intendanz von Ayla Yeginer und Daniel Schütter.

Marco Damghani, geboren 1992 in Hamburg, studierte Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin sowie am National Institute of Dramatic Art in Sydney. Er inszenierte unter anderem am Maxim Gorki Theater, am Schauspiel Leipzig und am Ernst Deutsch Theater. Mit seinem eigenen Stück „Die Allerletzten“ war er 2026 zum Münchner Regiefestival „radikal jung“ eingeladen und gewann dort den Publikumspreis. 2024 erschien sein Debütroman „Die Insel Sertralin“. Damghani ist außerdem Gründungs- und Vorstandsmitglied von Stabiler Rücken e.V., einem Verein, der sich für die Belange von BI*PoC und jüdischen Personen im Theater- und Filmbereich einsetzt.

 

Schwedt: Craig-Simmons-Preis für Uckermärkische Bühnen

Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt werden mit dem Craig-Simmons-Preis 2026, dem Sonderpreis der Deutschen Musical Akademie, ausgezeichnet, wie das Theater per Presseaussendung mitteilt. Mit der Auszeichnung ehre die Akademie das Theatermodell der ubs: Das feste Ensemble stehe spartenübergreifend in Schauspiel- und Musicalproduktionen auf der Bühne. Mit Eigenentwicklungen und weniger bekannten Stoffen seien die ubs zugleich eine Werkstatt für neue Stoffe, neue Handschriften und neues Publikum abseits der Metropolen.

Hervorgehoben werden unter anderem das Jugendmusical „Liebe machen“ von Tom van Hasselt und die Mini-Revue „Love is in the air“ von Fabian Ranglack. Auch die gesellschaftliche Arbeit des Theaters in der Region findet Anerkennung: Theaterpädagogische Angebote, Barrierefreiheit und das deutsch-polnische Theaternetzwerk schafften Möglichkeiten für kulturelle Teilhabe und Begegnung über die Bühne hinaus. Intendant André Nicke dankte dem gesamten Theater-Team, von den Künstler:innen auf der Bühne bis zu den Mitarbeitenden in Werkstätten, Technik, Verwaltung, Vermittlung und Besucherservice.

Der Craig-Simmons-Preis wurde 2023 erstmals von der Deutschen Musical Akademie vergeben und ist nach Craig Simmons, Gründungsmitglied und erstem künstlerischen Leiter der Akademie, benannt. Als Sonderpreis würdigt er Leistungen, die die Entwicklung des Musicaltheaters im deutschsprachigen Raum vorangebracht haben.

 

Sachsen: Freie Theater schlagen Alarm wegen Kürzungen im Kulturbereich

Der Landesverband der Freien Theater in Sachsen sorgt sich wegen geplanter Kürzungen im Kulturbereich im neuen Doppelhaushalt 2027/2028, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Der Verband fordert, dass die Ausstattung der Kulturstiftung des Freistaates mindestens auf dem Niveau von 2026 erhalten bleibt, derzeit ist jedoch eine Reduzierung der Mittel vorgesehen. Der Landesverband fordert eine Kurskorrektur.

Kritik übte er konkret an der geplanten Streichung der Gastspielförderung. Damit würde im ländlichen Raum ein Instrument wegfallen, das Kunst in die Fläche bringt und kulturelle Teilhabe ermöglicht.

 

Saarbrücken: Theaterleiter Bob Ziegenbalg verstorben

Bob Ziegenbalg, langjähriger künstlerischer Leiter des Theaters Überzwerg, ist im Alter von 70 Jahren verstorben, wie das Theater auf seiner Homepage mitteilt. Er starb am 23. September 2026.

Ziegenbalg wurde 1955 in Unterfranken geboren und zog Ende der 1970er Jahre ins Saarland. Von 1990 bis 2021 leitete er das Theater Überzwerg in Saarbrücken und machte es zu einem der größten Kinder- und Jugendtheater im Südwesten. Mehrfach wurde das Haus zum Wettbewerb um den Mülheimer Kinderstückepreis eingeladen, so 2012 mit Petra Wüllenwebers Stück „Zur Zeit nicht erreichbar“ und 2023 mit Anah Filous „kirschrotGALAXIE“. Neben seinem Engagement für das Überzwerg-Theater war Ziegenbalg Dozent für Schauspiel, Regie, Theaterpädagogik und für das Schulfach „Darstellendes Spiel“. Das Theater Überzwerg würdigt ihn als Theatermacher, der stets die Nähe zum jungen Publikum gesucht habe.

 

Redaktionsschluss: 18:05 Uhr

Erschienen am 28.9.2026

teilen:

Assoziationen

Neuerscheinungen im Verlag

Theater der Zeit 9/2026
Theater der Zeit 9/2026
Theater der Zeit Cover Juni 2026
Theater der Zeit Cover Mai 2026 – Florentina Holzinger

Anzeige