Theater der Zeit

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Donnerstag, 08. Oktober 2026

Dramaturg Tilman Neuffer verstorben ++ Literaturnobelpreis geht an Anne Carson

Assoziationen: Baden-Württemberg Hessen Berlin Nordrhein-Westfalen Stephan Wetzel Michael Simon Tilman Neuffer Badisches Staatstheater Karlsruhe Staatstheater Kassel Hebbel am Ufer (HAU) Schauspiel Essen

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Karlsruhe: Dramaturg Tilman Neuffer verstorben

Der Dramaturg Tilman Neuffer ist im Alter von 68 Jahren verstorben, wie Nachtkritik berichtet. Die Redaktion erfuhr davon aus dem persönlichen Umfeld des Theatermanns. Neuffer war lange Jahre fest am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert und übernahm Dramaturgien an zahlreichen deutschen Theatern. Er starb am 19. September 2026.

Neuffer wurde 1957 in Stuttgart geboren und studierte Germanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Danach arbeitete er zunächst als Regieassistent und wurde 1989 am Staatstheater Kassel als Dramaturg angestellt. Ab 1991 war er freiberuflich tätig, inszenierte in der Off-Szene und gründete unter anderem die freie Theatergruppe „Schauprojekt Bonn“, für die er 2002 das Stück „Karla Kojote macht weiter“ schrieb.

Von 2003 bis 2011 war Neuffer fester Dramaturg am Badischen Staatstheater Karlsruhe. 2011 übernahm er gemeinsam mit Knut Weber die künstlerische Leitung der Baden-Württembergischen Theatertage in Karlsruhe. Später arbeitete er unter anderem am HAU – Hebbel am Ufer Berlin, am Schauspiel Essen sowie an den Schauspielhäusern in Freiburg und Mannheim. 2021 gab er gemeinsam mit dem Regisseur Michael Simon und dem Dramaturgen Stephan Wetzel das Arbeitsbuch „Fertig gibt’s nicht. Bühnenbild Prozesse“ im Verlag Theater der Zeit heraus.

 

Stockholm: Literaturnobelpreis geht an Anne Carson

Der Literaturnobelpreis geht in diesem Jahr an die kanadische Dichterin, Essayistin und Übersetzerin Anne Carson, wie die Schwedische Akademie in Stockholm bekanntgab. Ausgezeichnet wird Carson demnach für ihr „kühnes und einfallsreiches Gesamtwerk“ mit verspielten Dialogen in klassischer Tradition. Dadurch seien neue Formen für Gegenwartsliteratur entstanden.

Carson wurde 1950 in Toronto geboren und begann sich noch in der High School für antike Literatur zu interessieren, die ihre Arbeit bis heute prägt. Bekannt ist sie für die unkonventionelle Verbindung verschiedener literarischer Formen: In ihren Werken verschränkt sie klassische Philologie, Lyrik, Essay, Übersetzung, Erzählung und dramatische Formen. Zu ihren bekanntesten Büchern gehören „Autobiography of Red“, ein Versroman, der den griechischen Mythos von Geryon neu interpretiert, und „Nox“, ein experimentelles Werk über das Leben und den Tod ihres Bruders.

Der Preis ist mit rund einer Million Euro dotiert und wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht.

 

Redaktionsschluss: 15:08 Uhr

Erschienen am 8.10.2026

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