Bericht
TdZ+Auf neuen Wegen
Die erste Ausgabe der Tanztriennale in Hamburg schafft Potenziale
von Peter Sampel
Assoziationen: Hamburg Tanz Dossier: Festivals Kampnagel
Erschienen am 30.6.2026

Samstag, 11 Uhr morgens, I-Punkt Skateland im Stadtteil Hammerbrook. In der von der Sommersonne aufgeheizten weitläufigen Halle erheben sich auf beiden Seiten meterhohe Skaterampen, dazwischen verschiedene Ebenen, Geländer für Stunts. Fünf Performer auf Skateboards und eine Performerin auf Inlineskates durchfahren den Raum. Das durchdringende Reiben der Rollen auf dem Boden, vermischt mit dem treibenden Elektrosound, und die rasanten Bewegungen der Skater:innen in geometrisch aufeinander abgestimmten Formen ziehen direkt in den Bann. Wenige Minuten später erscheinen weitere Performer:innen, doch diesmal nicht auf Rollen – ihre Welt ist die des Breakdance. In atemberaubenden Kombinationen wirbeln sie über den Boden, springen in Saltos über die Geländer, sliden die Rampen herunter – fast so, als imitierten sie die vorigen Skateboard-Bewegungen in ihren Körpern.
Seit einigen Jahren häufen sich choreografische Arbeiten, die zwei primär konträre Bewegungsstile miteinander in Beziehung setzen. Selten ist dies jedoch so organisch gelungen wie in Julien Carliers „Beton“. Anstatt beide Formen nur auszustellen und sich auf ihre inhärente Coolness zu verlassen, sucht das Team um den belgischen Choreografen explizit nach stilistischen Gemeinsamkeiten, nach Möglichkeiten, aus der Verschmelzung etwas Neues zu kreieren. Das Ergebnis ist beeindruckend, visuell stimulierend und am Ende, wenn sich die Breaker auf den Skateboards ausprobieren und die Skater...
Erschienen am 30.6.2026



















