Das Wichtigste der Woche
06. Juli bis 10. Juli 2026
Schaubühne trauert um Mitbegründer Dieter Sturm ++ Julien Chavaz wird neuer Intendant der TUP Essen ++ Marlene Hahn wird neue Intendantin am Opernhaus Graz ++ Christoph Roos wird neuer Generalintendant in Krefeld/Mönchengladbach ++ Werkstatistik 24/25 ++ Götz-Friedrich-Preis ++ Martin-Linzer-Theaterpreis ++ Kurt-Meisel-Preis ++ Daphne-Preis
Assoziationen: Österreich Bayern Berlin Nordrhein-Westfalen Thüringen Tanz Musiktheater Dieter Sturm Christoph Roos Staatsballett Berlin Schaubühne am Lehniner Platz Meininger Staatstheater Theater Altenburg-Gera GmbH Theater und Philharmonie Essen Residenztheater Theater Krefeld und Mönchengladbach

Berlin: Schaubühne trauert um Mitbegründer Dieter Sturm
Die Berliner Schaubühne nimmt Abschied von ihrem Mitbegründer und langjährigen Chefdramaturgen Dieter Sturm, der am 2. Juli nach langer Krankheit verstorben ist, wie das Theater mitteilte.
Sturm prägte die künstlerische Arbeit der Schaubühne über mehr als drei Jahrzehnte maßgeblich und trug entscheidend zu ihrem Aufstieg zu einer der führenden deutschsprachigen Bühnen bei. Zudem galt er als wichtiger Mentor, unter anderem für den späteren Intendanten Thomas Ostermeier in dessen frühen Jahren am Deutschen Theater. Sein Verständnis von Theater als kritischer Begleiter gesellschaftlicher Wirklichkeit bleibt laut Schaubühne prägend für die Ausrichtung des Hauses.
Essen: Julien Chavaz wird neuer Intendant der TUP
Der Schweizer Opernregisseur Julien Chavaz übernimmt ab der Spielzeit 2028/29 die Leitung des Aalto Musiktheaters und der Essener Philharmoniker, wie der WDR berichtet.
Der 1982 in Bern geborene Chavaz wurde vom Aufsichtsrat der Theater und Philharmonie Essen unter rund 40 Bewerbern ausgewählt. Derzeit ist er Generalintendant in Magdeburg, wo sein Vertrag ursprünglich bis 2032 verlängert worden war. In Essen folgt er auf Interimsintendant Peter Theiler, der den Übergang nach dem angekündigten Abschied von Intendantin Merle Fahrholz (bis Sommer 2027) begleitet.
Graz: Marlene Hahn wird neue Intendantin am Opernhaus
Die Dramaturgin Marlene Hahn wird neue Intendantin am Opernhaus Graz und setzte sich gegen 25 Mitbewerber durch, wie der ORF berichtet. Sie folgt auf Ulrich Lenz.
Hahn, 1985 in Starnberg geboren und in Augsburg aufgewachsen, war bereits von 2015 bis 2022 an der Oper Graz tätig und ist derzeit Chefdramaturgin an der Oper Leipzig. Zuvor arbeitete sie am Theater Augsburg und wurde dort 2015 mit dem Theaterpreis ausgezeichnet.
Krefeld/Mönchengladbach: Christoph Roos wird neuer Generalintendant
Das Theater Krefeld und Mönchengladbach bekommt zur Spielzeit 2028/29 mit dem bisherigen Schauspieldirektor Christoph Roos einen neuen Generalintendanten, wie das Haus in einer Pressemeldung mitteilte. Der Aufsichtsrat der gemeinnützigen GmbH entschied sich für den 1969 geborenen Regisseur als Nachfolger von Michael Grosse, der nach fast zwei Jahrzehnten 2028 in den Ruhestand geht. Roos, der dem Theater seit Jahren verbunden ist, soll ab September 2028 die künstlerische Leitung übernehmen und den bisherigen Kurs fortführen sowie eigene Akzente setzen.
Köln: Werkstatistik zeigt stabile Theaterzahlen und neue Trends
Die neue Werkstatistik „Wer spielte was?“ für die Spielzeit 2024/25 ist erschienen und verzeichnet laut Deutschem Bühnenverein stabile Inszenierungs- und Aufführungszahlen bei gleichzeitig deutlich gestiegenen Besucherzahlen.
Wie der Bühnenverein mitteilt, blieb die Zahl der Inszenierungen nahezu konstant, während die Besuche um rund 800.000 auf über 20,8 Millionen zunahmen. Zugleich zeigen die Daten einen Trend weg von klassischen Originalinszenierungen hin zu Bearbeitungen, während Roland Schimmelpfennigs „See aus Asche“ bei den Uraufführungen im Schauspiel die meisten Zuschauer erreichte.
Berlin: Götz-Friedrich-Preis würdigt zwei Nachwuchsregisseurinnen
Der Götz-Friedrich-Preis geht in diesem Jahr an die Regisseurinnen Elena Maria Artisi und Giulia Giammona, wie die Deutschen Oper Berlin mitteilte. Mit der Auszeichnung werden herausragende Begabungen in der Musiktheaterregie unter 35 Jahren geehrt.
Artisi erhält den Preis für ihre Inszenierung von Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ am Theater Altenburg Gera, Giammona wird für ihre Arbeit „Cardillac“ am Staatstheater Meiningen ausgezeichnet. Beide Produktionen wurden von Publikum und Kritik positiv aufgenommen und zeichnen sich durch eigenständige künstlerische Handschriften aus.
Der Preis ist mit insgesamt 5.000 € dotiert und wird am 19. November 2026 an der Deutschen Oper Berlin verliehen. Die Auszeichnung erinnert an den Regisseur Götz Friedrich und zählt zu den wichtigen Förderpreisen für den Regienachwuchs im Musiktheater.
Meiningen: Staatstheater erhält Martin-Linzer-Theaterpreis 2026
Das Schauspielensemble des Staatstheaters Meiningen wird mit dem Martin-Linzer-Theaterpreis 2026 ausgezeichnet, wie die Fachzeitschrift Theater der Zeit mitteilte.
Die Jury würdigte insbesondere die kontinuierliche Pflege des Ensemblegedankens sowie die künstlerische Bandbreite von komödiantischen bis zu musikalischen und epischen Formen. Der undotierte Preis wird seit 2017 jährlich vergeben und ehrt herausragende Theaterarbeit im deutschsprachigen Raum; die Verleihung findet am 18. Oktober 2026 im Anschluss an eine Aufführung im Staatstheater Meiningen statt.
München: Vincent Glander erhält Kurt-Meisel-Preis, Ehrenpreis für Manfred Zapatka
Der Verein der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels hat den Schauspieler Vincent Glander mit dem Kurt-Meisel-Preis 2026 ausgezeichnet, wie das Theater mitteilt. Der Ehrenpreis zum 50-jährigen Jubiläum des Preises geht an Manfred Zapatka.
Der Kurt-Meisel-Preis wird seit 1997 an Darstellerinnen und Darsteller des Residenztheaters verliehen; Glander gehört seit 2019 zum Ensemble. Zapatka, der viele Jahre an den Münchner Kammerspielen und später am Residenztheater engagiert war, ist nach Martin Benrath erst der zweite Schauspieler, der den Ehrenpreis erhält, und wirkte zudem in mehr als 120 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Berlin: Daphne-Preis 2026 geht an Leroy Mokgatle
Die Demi-Solotänzerin des Staatsballetts Berlin, Leroy Mokgatle, wird mit dem Daphne-Preis 2026 der TheaterGemeinde Berlin für herausragende künstlerische Leistungen ausgezeichnet, wie die TheaterGemeinde mitteilte.
Die Verleihung findet am 10. Juli 2026 in der Deutschen Oper Berlin im Anschluss an die Aufführung von „Ein Sommernachtstraum“ statt. Mokgatle, seit der Spielzeit 2023/24 im Ensemble, überzeugte mit einem breiten Repertoire vom klassischen bis zum zeitgenössischen Tanz und setzte sich bei der Publikumsabstimmung unter rund 10.000 Mitgliedern durch.
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Redaktionsschluss: 15:15 Uhr
Erschienen am 10.7.2026




















