Theater der Zeit

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Das Wichtigste vom Tag

Montag, 29. Juni 2026

Ute Nyssen ist tot ++ Ursula Thinnes wird Schauspieldirektorin in Karlsruhe ++ Elisabeth Orth-Preis für Stefanie Reinsperger ++ Andrea Zietzschmann beendet ihre Intendanz bei den Berliner Philharmonikern ++ EU-Erklärung für Kultur

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Köln: Bühnenverlegerin Ute Nyssen gestorben

Die langjährige Bühnenverlegerin Ute Nyssen ist am 25. Juni 2026 im Alter von 92 Jahren in Köln verstorben, wie der Theaterverlag Nyssen & Bansemer mitteilte.

Nyssen prägte über Jahrzehnte die deutschsprachige Theaterlandschaft und vertrat zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren, darunter Heiner Kipphardt, Elfriede Jelinek und Tankred Dorst. Nach Stationen bei Kiepenheuer & Witsch gründete sie 1981 gemeinsam mit Jürgen Bansemer den Nyssen & Bansemer Theaterverlag, der bis heute bedeutende Dramatik betreut. Zudem rief sie den Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis ins Leben, der von 2008 bis 2024 vergeben wurde und zuletzt an Lolita Lax und Jean Peters vom Recherche-Kollektiv Correctiv ging.

Ihr Buch über ihre Verlagsgeschichte erschien letztes Jahr.

 

Karlsruhe: Ursula Thinnes wird Schauspieldirektorin am Badischen Staatstheater

Ursula Thinnes übernimmt zur Spielzeit 2027/28 die Leitung der Schauspielsparte am Badischen Staatstheater, wie das Haus mitteilt.

Die derzeitige Schauspieldirektorin am Staatstheater Braunschweig folgt auf Claus Caesar und soll das bestehende Ensemble sowie das integrierte Modell fortführen.

Ursula Thinnes studierte in München und war nach internationalen Stationen Chefdramaturgin am Theater Konstanz sowie am Saarländischen Staatstheater. Von 2017 bis 2020 arbeitete sie am Schauspiel Frankfurt, seit 2020/21 ist sie Schauspieldirektorin am Staatstheater Braunschweig.

Sie arbeitete mit zahlreichen Regisseur:innen zusammen, war in der Lehre tätig und ist seit 2022 Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

 

Wien: Stefanie Reinsperger erhält Elisabeth Orth-Preis

Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters verleiht den Elisabeth Orth-Preis in diesem Jahr an Stefanie Reinsperger, wie das Haus in einer Mitteilung bekanntgibt. Ausschlaggebend waren ihre Leistungen in mehreren Produktionen der vergangenen Saison; eine Fachjury, in diesem Jahr bestehend aus Angelika Hager/Profil, Wolfgang Kralicek/Kurier, Susanna Schwarzer/ORF, Ronald Pohl/Standard und Haide Tenner/Freunde des Burgtheaters zeichnete sie aus. Nominiert waren neben Stefanie Reinsperger auch Caroline Peters, Nicholas Ofczarek, Marie-Luise Stockinger und Franziska Hackl.

Die Preisverleihung findet am 27. September im Rahmen einer Festmatinee zum 70-jährigen Bestehen der Gesellschaft im Burgtheater statt – mit einem Programm der bisherigen Preisträger:innen des Elisabeth Orth-Preises Birgit Minichmayr, Michael Martens, Mavie Hörbiger und Nils Strunk.

 

Berlin: Andrea Zietzschmann beendet 2028 ihre Intendanz bei den Berliner Philharmonikern

Andrea Zietzschmann lässt ihren Vertrag als Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker nach elf Jahren im Amt im August 2028 auslaufen, wie die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin mitteilt. Sie verzichtet damit auf eine erneute Verlängerung ihres bereits zum zweiten Mal verlängerten Vertrags und schafft nach eigenen Angaben bewusst Raum für eine neue Intendanz, die die für 2032 geplante Generalsanierung der Philharmonie langfristig begleiten kann.

Der Berliner Kultursenator Stefan Evers würdigt Zietzschmanns strategische Kompetenz und ihren Beitrag zur internationalen Strahlkraft des Orchesters und hebt hervor, dass die Stiftung mit ihrem Abschied eine herausragende Kulturmanagerin verliert. Auch der Orchestervorstand der Berliner Philharmoniker sowie Chefdirigent Kirill Petrenko danken ihr für die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit und betonen ihre Rolle bei der Bewältigung der Pandemiezeit und der institutionellen Weiterentwicklung des Hauses.

 

Wien: Schauspielhaus Wien als „zeitgemäßes Theater der Saison 2025/26“ ausgezeichnet

Der Verein Das zeitgemäße Theater e.V. hat das Schauspielhaus Wien als „Das zeitgemäße Theater der Saison 2025/26“ ausgezeichnet, wie das Theater in einer Mitteilung vom 29. Juni 2026 bekanntgibt.

Prämiert wird ein Theater aus dem deutschsprachigen Raum, das Verantwortung mit klaren Strukturen, gerechten Prozessen, gelebter Fürsorge und Veränderungsbereitschaft sichtbar macht. Die Jury hob insbesondere die kontinuierliche, selbstkritische Reflexion interner Abläufe, Formate wie einen regelmäßigen Jour fixe ohne Leitungsbeteiligung sowie die Arbeit einer Diversity-AG hervor, die gesellschaftliche Veränderungen mit einem diversitätssensiblen Ansatz aufgreift. Das mit 2.500 Euro dotierte Preisgeld fließt in ein Abschiedsfest anlässlich des Leitungswechsels im Sommer 2027.

 

Wiesbaden: Nachwuchs- und Publikumspreis bei Hessischen Theatertagen vergeben 

Bei den Hessischen Theatertagen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden wurden ein Nachwuchspreis und ein Publikumspreis an Produktionen aus dem Umfeld der Hessischen Theaterakademie verliehen. 

Eine Fachjury aus Shirin Sojitrawalla, Rebecca Heiler, Mikheil Charkviani, Hannah Stollmayer und Paul Ansmann zeichnete die mit 3000 Euro dotierte Produktion „Speechless“ von Aleksandra Nowakowska und Andrzej Józefczyk aus, eine Tanzperformance mit Live-Sampling. Der mit 2000 Euro dotierte Publikumspreis ging an „Hertopia“ von Pia Epping, in dem drei Performerinnen anhand der Geschichten von elf Frauen in Führungspositionen Fragen nach Macht, ihren Spielregeln und weiblicher Selbstbehauptung auf der Bühne verhandeln.

 

Brüssel: EU-Institutionen verabschieden gemeinsame Erklärung für Kultur

Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der EU haben erstmals eine gemeinsame Erklärung zur Kulturpolitik mit dem Titel „Europe for Culture, Culture for Europe“ verabschiedet. Das gibt die European Association of Independent Performing Arts (EAIPA) in einer Presseaussendung bekannt. Die Erklärung soll als Leitlinie für die aktuelle und künftige Kulturpolitik der EU dienen und Kultur stärker ins Zentrum des europäischen Projekts rücken.

In dem Dokument bekennen sich die Institutionen dazu, Kunstfreiheit, kulturelle Vielfalt, Teilhabe sowie faire Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler zu schützen und zu fördern. Zudem soll Kultur systematisch in andere Politikfelder wie Bildung, Demokratie, regionale Entwicklung und Forschung einbezogen werden und die Kultur- und Kreativbranche etwa bei Finanzierung und Innovation besser unterstützt werden.

 

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Redaktionsschluss: 14:45 Uhr

Erschienen am 29.6.2026

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