Bericht
TdZ+Der Klebstoff von Benneckenstein
Das Theaternatur-Festival der Freien Darstellenden Künste sucht zwischen abgestorbenen Wäldern und AfD-Plakaten nach gemeinsamer Realität
von Jens Fischer
Assoziationen: Sachsen-Anhalt Freie Szene Dossier: Festivals
Erschienen am 20.8.2026

In einer Metropole mit modischen Ästhetiken ein Sommertheaterfestival zu gestalten, funktioniert vielfach sehr erfolgreich. Ebenfalls das Konzept, in Kleinstädten mit Comedy-, altväterlicher Schauspiel- und fideler Musicalware einige Publikumserfolge einzufahren. Aber in ländlichen Regionen mit modernem Tanz, performativen Künsten, Stückentwicklungen von Jugendlichen und zeitgenössischer Dramatik einen Veranstaltungsreigen zu organisieren, ist ein Wagnis. Das mitten im Harz gewonnen wurde. In diesem Jahr findet bereits das 12. Theaternatur-Festival der Freien Darstellenden Künste auf der Waldbühne im 1.600-Seelen-Städtchen Benneckenstein statt, das sich als Kulturstandort sonst eher ausweist durch einige Kirchenkonzerte sowie die Brauchtumspflege in den Schützen-, Heimat-, Sport-, Trachtenvereinen und bei der Ortsfeuerwehr. Es gibt auch ein Museum, das Ostdeutsche Fahrzeugmuseum, wo Besucher mit Panzern fahren dürfen. Aber inmitten einer kleinen Mischwaldoase behauptet eben auch die klassisch halbrunde, zu allen Seiten offene, also die Natur integrierende Waldbühne ihren idyllischen Charme. An Theaternatur-Wochenendtagen sind dort bis zu vier Aufführungen nacheinander zu erleben und anschließend ist auch in der Nähe zu campen. Eine Jury Oberharzer Bürger*innen durfte zwei der zwanzig Gastspielproduktionen auswählen. Für die gab es einen Open Call mit dem Hinweis auf einen Gagenrichtwert von pauschal 4.500 Euro. Vierhundert Bewerbungen gingen ein, siebzig erfüllten die Auftrittsbedingungen. Eingeladen wurden unter anderem die Lunatiks (Berlin), das Lichthof...
Erschienen am 20.8.2026

















